Textové pole: PAVLIN DVÙR

Historie

Paulinenhof

Pavlin Dvur (früher Paulinenhof) wurde vom Graf Hartig im Jahr 1868 aufgebaut und nach seiner Tochter Pauline benannt. Früher wohnte hier die Familie des Försters, welche sich auch um die Landwirtschaft kümmerte. Auf ca. 60 ha, welche zu der Farm gehörten, weidete das Vieh vom Meierhof in Mimon.

 

Die Ruine des Burgs Ralsko,  welche über dem Pavlin Dvur hochragt, gehört zu der Gruppe von Burgen Bezdez, Wasserfestung in Kurivody und Lucni Stein, welche in der Zeit vom frühen Mittelalter die Handlesruhe auf dem  Zahost-Weg garantierten. Dieser Weg führte vom Norden des Germanenreichs in der Richtung nach Süden bis nach Rom.

 

Im 14. und 15. Jahrhundert entstanden in der Nähe des heutigen Pavlin Dvur viele kleine Dörfer wie Schwaibitz, Gross Roll, Spörning und andere. Viele Jahrhunderte lebten hier die Bewohner als Teil des Tschechischen Königreichs, der Östereichs-Ungarn Monarchie und ab dem Jahr 1918 als Teil der neuen Tschechischen Republik. Das gemeinsame Leben in Ruhe und Frieden zwischen der  tschechischen und deutschen Bevölkerung hatte erst die vom Adolf Hitler geführte Kampagne für die sog. Befreiung der  in der  Grenzregion (Sudeten)  angesiedelten deutschen Bevölkerung gestört. Dies kulminierte im Jahre 1938 mit dem Münchenprotokol und der Einnahme der tschechischen Grenzregionen durch das Hitlerdeutschland.

Nach sechs Jahren Besatzung hat sich im Jahre 1945, nach Befreiung des Landes, die Situation massgeebend verändert. Umgekehrt sollte die deutsche Bevölkerung das Gefühl der Vertriebenen kennenlernen. Die Deutschen wurden mit einer weissen Armbinde als Leute ohne Heimat gekennzeichnet. Die Aussiedlung der Deutschen war aber eher eine Rache als eine Gerechtigkeit. Bald kam über das Gebiet ein neues Unglück. Die Besiedelung durch die Tschechen, welche nach der Verjagung der Deutschen stattfand, wurde im Jahre 1947 gestoppt und es musste den Ideen des tschechischen Militärs weichen. Den komunistischen Militärplanern entging das dünn besiedelte Gebiet zwischen Ralsko und Bezdes nicht. Die malerischen Dörfer (ca. 250 km2) mussten dem Spieltrieb des Militärs weichen und wurden dem Erdboden gleichgemacht. Pavlin Dvur war zum Glück von dieser Zerstörung nicht unmittelbar betroffen und diente weiter  als Militärfarm. Im Jahre 1968 wurde das ganze Gebiet durch das rusische Militär besetzt und als ein Stützpfeiler des sog. sozialistischen Friedensblocks erneut missbraucht. Auf dem nahen Militärflugplatz Hradcany wurden Raketen mit atomaren Sprengkörpern positioniert. Der gratis Raubabbau von Uran für die möchtegern Freunde aus der Sovietunion, welcher  in der nahen Straz pod Ralskem stattfand, war  ein weiterer Schritt zur Devastation dieser früher schönen Region. Nach dem Jahr 1989 und der Veränderung in den politischen Strukturen des Landes verlies der letzte rusische Soldat am 31.7.1991 die Gegend .......

Nach der Privatisierung vom Pavlin Dvur begann die totale Rekonstruktion des Hofs. Aus der Halle für die Zucht von Hünern entstand ein Pferderennstall,  aus früheren Lagerhalen wurde ein Pferdezuchtstall aufgebaut. Die Renovation erfuhren auch die Wohnhäuser. Fünfundzwanzig neue Bewohner  fangen so auf der Farm ein neues Leben an und hoffen auf eine ruhigere Zukunft.

 

 

 

 

 

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